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Partnerschaften Lateinamerika

Erfahrungsbericht Schüleraustausch Chile 2016

13Ich hatte in den vergangenen acht Wochen die Ehre, ein Teil der Klasse 11B der deutschen Schule Temuco in Chile zu sein.Auracania ist die neunte Region von Chile und liegt im Süden des Landes.Insgesamt gibt es 15 Regionen, wobei Chile nur 17 Millionen Einwohner hat (Deutschland hat mehr als das vierfache), ist aber fast 4 mal so groß wie Deutschland.Wir sind Samstag Abends von Frankfurt aus losgeflogen und sind am Folgetag mittags in Temuco angekommen.Da Chile nicht gerade um die Ecke ist,waren wir nach knapp 22 Stunden Reise entsprechend kaputt.Der "Schock" war für mich zunächst groß: Ein anderer Kontinent,eine fast fremde Sprache, eine fremde (aber sehr interessante) Kultur,und alles sah komplett anders aus.Dazu kam,dass die Menschen einen sehr starken Charakter haben, an den ich mich erst gewöhnen musste.

Wirklich Zeit um alles "sacken zu lassen" hatte Ich aber nicht,da meine Gastfamilie mich direkt auf eine kleine Stadtrundführung mitgenommen hat.Wir waren den ganzen Tag unterwegs,so dass Ich Abends entsprechend müde ins Bett gefallen bin.Am nächsten Tag ging es zum ersten mal in die Schule, wo man sofort den Unterschied zu deutschen Schulen bemerkt hat: Man hat weniger Fächer,aber dafür intensiveren Unterricht und mehr Überprüfungen.Bei den Mitschülern hat man keinen wirklichen Unterschied bemerkt,da auch diese Klasse ziemlich laut werden konnte.In Deutschland haben die Schüler auch mehr Möglichkeiten,sich am Unterricht zu beteiligen.Die Lehrer und Mitschüler haben uns sofort aufgenommen und waren total nett, sodass wir schnell Anschluss gefunden haben.

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Nach etwa 2 Wochen bin ich dann komplett angekommen und habe mich an mein vorübergehend neues Leben gewöhnt. An Ostern sind wir einen Tag zum Pazifischen Ozean gefahren, der etwa eine Stunde westlich liegt, und einen anderen Tag sind wir nach Lonquimay gefahren, das ist eine andere Stadt im Süden des Landes. Dort haben wir die Stadt besichtigt und sind auf einen Berg gestiegen, auf dem man sich in Argentinien befand, wenn man bis an den Gipfel gestiegen ist. Ich habe in den 8 Wochen sehr viel vom Süden gesehen, in den Norden bin ich leider nicht gereist. Meine Gastfamilie hat sehr viel mit mir unternommen, so dass ich in kurzer Zeit viel von dem Land sehen konnte und auch die Kultur näher kennengelernt habe. Die Menschen dort sind sehr offen, nett und lachen viel (niemals über dich, nur mit dir).Sie haben auch einen sehr starken Willen und ihr "eigenes Köpfchen", dass sie oft durchsetzen. Einen guten Sinn für Humor haben sie auch, außerdem sind Chilenen sehr Gastfreundlich. Ich bin während meines Aufenthalts dort 18 geworden, also hat meine Familie mit mir einen Ausflug gemacht und wir sind nach Pucon gefahren, ein bekannter Ort für Touristen im Süden. Dort haben wir die Stadt besichtigt und sind zu einem Vulkan gefahren. Die Natur dort ist nicht vergleichbar mit der in Deutschland, da es dort viel Vielfältiger ist. Man hat Wüste im Norden und die Antarktis im Süden, sodass keine Wünsche zu kurz kommen. Außerdem gibt es sehr viele Seen, Flüsse und Vulkane. Auch interessant ist, dass jede Region in Chile einen Teil an der Küste hat. Auch nach 8 Wochen habe Ich mich nicht an die Atemberaubenden Landschaften gewöhnt, die man überall im Land vorfindet. Wenn man aus Deutschland kommt kennt man vielleicht die einen oder anderen schönen Ecken, aber das, was ich bis jetzt gesehen habe, ist nicht vergleichbar damit.

 

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Die Menschen sind immer Ein- oder Ausgestiegen und Anschnallen brauchte man sich nicht. (Ja,Ich habe etwas gebraucht,um mich daran zu gewöhnen) und es war am günstigen. Für eine Fahrt bezahlt man 500 Pesos, das sind umgerechnet ca. 0,65€. Das Leben dort generell ist für Lebensmittel und Kleidung zwar günstiger, aber alles andere ist mit Deutschen (Europäischen) Verhältnissen nicht vergleichbar. Die Menschen dort Leben Überwiegend in Armut (ca. 70%), und die Bildung hat einen viel "höheren" Stellenwert. Wenn man wirklich gute Bildung genießen möchte und zum Arzt gehen,wenn man Krank ist, muss man sehr viel Geld bezahlen. Auch das ist im Vergleich zu Deutschland sehr anders, da die Lebensverhältnisse nach meinem Eindruck viel besser/höher sind. Die chilenische Küche unterscheidet sich natürlich auch sehr stark von der deutschen.

 

Die Menschen dort essen sehr viel Gemüse,Fisch,Reis und Suppe.Gemüse und Reis werden besonders oft gegessen, da im Süden von Chile viel Landwirtschaft betrieben wird und diese Lebensmittel daher sehr günstig sind.Ich hatte mit dem Essen gar keine Probleme,was manche Austauschschüler Erzählungen nach hatten, aber das deutsche Essen finde ich trotzdem besser.Ich habe besonders "Manjar" und "Piscola" kennen und lieben gelernt,beides ist typisch für Chile.Letzteres ist ein Mischgetränk aus Pisco,ein Destillat aus Traubenmost,und Cola.Ich habe in den acht Wochen in denen Ich dort war viel gesehen ,viele Leute kennen gelernt und unglaublich viel erlebt und viele Eindrücke gesammelt.Es war sehr spannend für mich ein Leben außerhalb Europas kennenzulernen,und mich auf ein komplett neues Leben einzulassen.

 

 

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10Die Kultur ist unglaublich interessant, die Sprache zu lernen und im Alltag anzuwenden hat mich in meinem Lernprozess sehr weit nach vorne gebracht, und ich habe ein paar Freundschaften geschlossen,die hoffentlich ein Leben lang halten werden.Vorallem aber habe ich viel für mein Leben gelernt und gelernt Dinge zu schätzen,die vorher Selbstverständlich für mich waren.Es braucht zugegebener maßen viel Mut und Selbstbewusstsein, sich zu trauen, einen Austausch so weit weg von Zuhause anzutreten,aber man kommt mit 1000 mal so viel Selbtsicherheit und Selbstständigkeit zurück Nachhause.Man lernt nicht nur eine andere Kultur und viele Menschen kennen, man wird auch viel Selbstsicherer und Selbstständiger.Mein Fazit: Ich kann jedem ,der die Chance hat, so einen Austausch zu machen, nur ans Herz legen, sich aufjedenfall anzumelden.Man lernt und sieht unglaublich viel,nicht nur für jetzt, sondern auch für die Zukunft, und es öffnet einem viele Türen für die spätere Schullaufbahn und viele Berufswege.


 

 

 

 

 

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In unserer Freizeit nach der Schule haben wir so oft es ging was unternommen, aber natürlich gab es auch Tage,an denen wir nichts unternommen haben.Ich hatte das Glück,dass wir sehr zentral gewohnt haben, und Ich habe in das Stadtzentrum mit einem "Colectivo" oder Bus nur 5 Minuten gebraucht.Die Transportmittel dort sind auch sehr anders, Züge oder U-Bahnhöfe gibt es dort zum Beispiel gar nicht.Die gängigsten Transportmittel dort sind Busse wie wir sie kennen und "Colectivos",die sind eine Mischung aus Bus und Taxi.Man muss auf die Wagennummer achten und jede ist in einen anderen Teil der Stadt gefahren.

 

01Ich möchte mich auf diesem Wege auch nochmal bei Frau Schulze bedanken,die den Austausch organisiert hat,und bei Herrn Stolzenburg und Herrn Sänger,die uns für die acht Wochen aus dem Unterricht beurlaubt haben.Außerdem möchte Ich mich bei der Schulleitung der DS Temuco bedanken,dass Ich ein Teil der Schulgemeinschaft werden durfte und dass Ich so herzlich aufgenommen wurde.Nicht zuletzt bedanke Ich mich bei meiner Gastfamilie,die unglaublich Nett zu mir war und mich in ihr Familienleben integriert hat.Ich hoffe und würde mich sehr darüber freuen,wenn der Schüleraustausch ein fester Bestandteil unseres Schulprogrammes werden würde.

Ich habe vor, nach meinem Abitur ein FSJ in Südamerika zu machen und Chile werde ich Aufjedenfall wieder besuchen.Ich hoffe, Ich kann ein paar von euch motivieren,sich nächstes Jahr für den Austausch zu bewerben,und wenn nicht für diesen, für einen anderen.Solche Chancen sollte man immer wahrnehmen.

Bei Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.

Julia Jäger, EF

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